Essays
Ernst Jünger

 
   

Todesbilder im Frühwerk Ernst Jüngers

Magisterarbeit von 1996, erschienen 2007 als Druck im Grin Verlag, ISBN 978-3638676076

Grin

Todesbilder im Frühwerk Ernst Jüngers
Todesbilder im Frühwerk Ernst Jüngers, Magisterarbeit von 1996

   

Besonders im Frühwerk (hier definiert bis 1934) ist die vitalistische Todesanschauung für Ernst Jünger ein wesentlicher Bestandteil seines Schreibens. Kern dieser Arbeit ist die Untersuchung der Diskrepanz zwischen der Rhetorik Jüngers und seiner tatsächlichen Darstellung von Tod und Sterben im Werk.

Es zeigt sich, dass Jünger das soldatische Sterben in seinen Büchern über den Ersten Weltkrieg im Gegensatz zu seiner vitalistischen Weltanschauung überwiegend als ein leichtes darstellt, generalisiert als Sekundentod, dies erreicht Jünger durch bildnerische und stilistische Spezialisierung der Kriegserlebnisse (wenige Ausnahmen in den ersten beiden Büchern).
Es wird (vermutlich zum ersten Mal überhaupt) untersucht, ob Jüngers heroisierende Feier des Zweikampfs in der Materialschlacht mit seiner eigentlichen Darstellung des Tötens übereinstimmt: Nach genauer Auflistung der von Jünger Getöteten (einer "Leichenzählung") zeigt sich im Gegensatz zur behaupteten Zweikampf-Raserei eine auffallende Scheu Jüngers, was bewusste Tötungen angeht. Jünger übernimmt sehr selten Verantwortung für offensichtlich von ihm getötete Gegner und verwendet große literarische Mühe auf die eigene Ent-Schuldung.

Im Arbeiter von 1932 erfährt "die Gestalt des Arbeiters" eine, was Tod und Sterben angeht, bei genauerem Hinsehen erstaunliche Mystifizierung, die darin gipfelt, dass die Entscheidung des Einzelnen "zum Arbeiter" auch eine Entscheidung zur Unsterblichkeit bedeuten würde.
Eine Tötungsunschärfe erscheint ebenfalls im Arbeiter, in der Form, dass "der Arbeiter" als eine die Bürgerwelt ablösende "Gestalt" ganz offensichtlich trotz aller Gewalt-Rhetorik nicht derjenige Faktor ist, der die Bürgerwelt vernichtet. "Der Arbeiter" tötet nicht. Die angeblich enorm dynamisierende "Gestalt" entpuppt sich als eigentlich passive Konstruktion.

Erstausgabe von 'Das Abenteuerliche Herz' (erste Fassung, 1929)
▲ Erstausgabe von Das Abenteuerliche Herz (erste Fassung, 1929)

'Das Antlitz des Weltkrieges' (1930)
▲ Erstausgabe von Das Antlitz des Weltkrieges (1930)

Erstausgabe von 'Blätter und Steine' (1934)
▲ Erstausgabe von Blätter und Steine (1934)

   

Covers

Auf der eigenen Website "Nigromontanus" bot ich 2001-2012 einige Jünger-Covers von 1922 bis 1993 an und lieferte dazu bibliografische Angaben. Diese Schutzumschläge und Einbände von Erstausgaben Jüngers bzw. Büchern über Ernst Jünger waren im Internet bisher kaum zu finden bzw. wenn überhaupt, dann in einer meist geringeren Qualität oder Auflösung. Jetzt sind die Umschläge und Angaben hierhin umgezogen.


Annäherungen (1970)