Essays
Ernst Jüngers Der Arbeiter

 
   

Irrwisch von undefinierter Gestalt

Erstveröffentlichung unter literaturkritik.de, Marburg, online seit Februar 2018.

literaturkritik.de

   

Zu Jüngers 20. Todestag erschien diese Untersuchung des wohl irrwitzigsten Buches des Autors: Jüngers esoterische, entrückte, pompöse, raunende Vision einer kommenden "Gestalt" im Kampfgrabengewühl zwischen Nationalismus und Bolschewismus und alle Extreme vereinigendem Bürgerhass. Sie ist eher Fantasy als Prognose, eher Superheldencomic als Vision. Jüngers "Arbeiter" dürfte der erste Avatar der Kulturgeschichte gewesen sein, ein Unsterblichkeit verheißendes, kaum illustriertes, umrisshaftes Körpergespenst, das Jünger nie konkret herzeigte und das sich nie an der Realität messen musste.

Ernst Jünger: 'Der Arbeiter' (1932)
Der Arbeiter. Erstausgabe. Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, September 1932